Interview mit dem IT-Administrator der Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein, Fabian Burghart
Herr Burghart, in der letzten Ausgabe des Amtsblattes vom 23.01.2026 wurde mitgeteilt, dass an insgesamt 5 Orten im Bachtal kostenfreies WLAN angeboten wird. Die Orte sind: Brauereistadel, Gemeindehalle Bachhagel, Bürgerhaus Landshausen, Bachtalhalle, Gemeindehalle Zöschingen und die Dienststelle der Verwaltungsgemeinschaft.
Frage: Wie kann man z.B. bei Veranstaltungen das kostenfreie WLAN nutzen und für wie viele Personen reicht die Kapazität aus?
Antwort: Die Nutzung des WLANs ist mühelos möglich. Man wählt einfach in seinem Smartphone das WLAN-Netzwerk „@Bachtal“ aus. Die Verbindung des Smartphones mit dem WLAN erfolgt ohne das ein Passwort eingegeben werden muss. Eine Registrierung ist ebenfalls nicht notwendig. Man ist in wenigen Augenblicken mit dem Internet verbunden und kann wie gewohnt Social Media nutzen, Nachrichten schreiben oder E-Mails checken. Durch die sehr leistungsstarke Technik ist es möglich bis zu 500 Nutzer gleichzeitig mit Internet zu versorgen. Die Anzahl der möglichen Nutzer hängt allerdings signifikant davon ab, welche Internetdienste genutzt werden. Beispielsweise ist das Versenden von WhatsApp-Nachrichten für viele Personen gleichzeitig problemlos möglich. Wenn aber z.B. viele Personen gleichzeitig ein Fußballspiel im Livestream verfolgen, reduziert sich die Anzahl der möglichen Nutzer deutlich.
Frage: Die Übertragungsraten reichen von 16 Mbit/s in der Gemeindehalle in Zöschingen bis 250 Mbit/s in der Gemeindehalle in Bachhagel. Warum gibt es diese Unterschiede?
Antwort: Die unterschiedlichen Datenraten haben verschiedene Gründe. Für die Internetnutzung arbeiten wir mit verschiedenen Anbietern zusammen und verhandeln die Verträge immer mit einem starken Kostenfokus. Bei der regelmäßigen Prüfung bestehender Verträge, hat sich in einigen Fällen ein Wechsel des Anbieters mit einer Verdopplung der Bandbreite zum gleichen Preis ergeben.
Die hohe Übertragungsrate von 250Mbit/s in der Gemeindehalle in Bachhagel ergibt sich durch die Mitnutzung des Internetanschlusses der anliegenden Grundschule. Da unsere Grundschulstandorte einen hohen Standard haben liegen hier diese entsprechenden Bandbreiten an.
Frage: Im interkommunalen Jugendzentrum (JuZe) in Syrgenstein soll ebenfalls kostenfreies WLAN angeboten werden? Wann wird es soweit sein und welche Übertragungsraten sind geplant?
Antwort: Wir werden das interkommunale Jugendzentrum (JuZe) mit einem der anliegenden kommunalen Gebäude über eine Richtfunk-Strecke anbinden und somit den dortigen Internetanschluss mitnutzen. Wir planen im Sommer – pünktlich zum Syrgensteiner Kinderfest - eine Bandbreite von 100Mbit/s zur Verfügung zu stellen.
Frage: Das Thema Datenschutz ist in aller Munde. Wie sicher ist das angebotene WLAN und was sollte man bei der Nutzung von öffentlichen WLANs beachten?
Antwort: Das ist eine wichtige Frage, denn öffentliche WLAN-Netze kämpfen alle mit dem gleichen Problem: der Verschlüsselung von Funkübertragung. Die Antwort ist aktuell leider nicht zufriedenstellend. Die Nutzung eines festgelegten digitalen Zugangscodes – wie bei der Internetnutzung zu Hause – scheidet aus, denn es wäre kein öffentliches WLAN, wenn man einen Zugangscode bräuchte. Würden wir nun einen festgelegten Schlüssel z.B. über das Amtsblatt verteilen, wäre die Verschlüsslung, die wir dadurch gewinnen wieder hinfällig, da der Angreifer diesen ebenfalls erfahren könnte. Das soll mit dem Sicherheitsstandart WPA3, durch die Opportunistic Wireless Encryption (OWE) verbessert werden. Unsere Hardware unterstützt dieses Verfahren und wir befinden uns bereits im Test-Betrieb. Dennoch sollte man bei der Verwendung öffentlicher Hotspots immer im Hinterkopf behalten, nur Webseiten die mit „https“ beginnen, aufzurufen. Bei der Nutzung von Webseiten, die mit „http“ beginnen, findet die Übertragung unverschlüsselt statt. Die Daten könnten theoretisch auf dem Transportweg, wie bei einer Postkarte, gelesen werden.
Frage: Für die Bürger ist kostenfreies WLAN an Veranstaltungsorten eine super Sache. Welche Kosten muss die Verwaltungsgemeinschaft dafür tragen?
Antwort: Für die Internet-Anschlüsse fallen keine Mehrkosten an, da diese bereits vorhanden sind und für Instandhaltung sowie den Betrieb der öffentlichen Gebäude benötigt werden.
Es entsteht sogar noch ein Vorteil, da wir durch ein Monitoring der Übertragungsdaten sehr zeitnah darauf hingewiesen werden, wenn ein WLAN-Hotspot langsam ist. Somit können wir rasch reagieren bevor dadurch der Betriebsablauf in Gebäuden gestört wird. Somit nutzen wir die bestehenden Internetanschlüsse besser aus und können den Bürgern und Gästen des Bachtals etwas Gutes tun.
Frage: Das WLAN wird von Freifunk München angeboten? Wer steckt hinter Freifunk München bzw. was ist das?
Antwort: Kurzgesagt ist Freifunk eine nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke. Freifunk München ist eine lokale Community, welche bereits im Landkreis Dillingen weit verbreitet ist und uns die bestehende Infrastruktur mitnutzen lässt. Der Datenverkehr passiert über das Netzwerk von Freifunk München, genauer über die Knotenpunkte in München oder Wien. Der Grund warum wir Freifunk München als Partner gewählt haben, ist die nicht-kommerzielle Ausrichtung. Freifunk München ist kein Unternehmen mit Werbe- oder Gewinnabsichten.
Frage: Wohin können sich Bürger mit Fragen zum kostenfreien WLAN-Angebot im Bachtal wenden?
Antwort: Die Mitglieder von Freifunk München informieren auf ihrer Webseite (https://ffmuc.net) über das Projekt und helfen auch gerne über den Chat (https://chat.ffmuc.net/) aus. Gerne können Sie sich auch an mich wenden.
Lieber Herr Burghart, herzlichen Dank für das Interview.